Beiträge zum Stichwort »Mindestkapital«
FERIALJOBS Was Kinder in den Ferien verdienen dürfen
Wenn studierende Kinder für die Ferien einen lukrativen Ferialjob finden, so ist das sowohl für die Kinder als auch für die Eltern erfreulich. Für die Eltern kann ein Ferialjob allerdings auch zu empfindlichen finanziellen Einbußen führen.
Die gute Nachricht vorweg:
Kinder unter 18 Jahren können ganzjährig beliebig viel verdienen,
ohne dass Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag gefährdet sind.
Aufpassen muss man aber bei Kindern ab 18 Jahren: Um in diesem Fall die
Familienbeihilfe und den Kinderabsetzbetrag nicht zu verlieren, darf das
steuerpflichtige Jahreseinkommen des Kindes (nach Abzug von
Sozialversicherungsbeiträgen, Werbungskosten, Sonderausgaben und
außergewöhnlichen Belastungen) 10.000 € nicht
überschreiten, unabhängig davon, ob es in den Ferien oder
außerhalb der Ferien erzielt wird. Bei Gehaltseinkünften darf ein
Kind daher insgesamt brutto rund 12.439 € pro Jahr (Bruttogehalt ohne
Sonderzahlungen unter Berücksichtigung von SV-Beiträgen bzw
Werbungskosten- und Sonderausgabenpauschale) verdienen, ohne dass die Eltern um
die Familienbeihilfe und den Kinderabsetzbetrag bangen müssen.
Zu den für den Bezug der Familienbeihilfe und des Kinderabsetzbetrages
„schädlichen" Einkünften zählen nicht nur Einkünfte
aus einer aktiven Tätigkeit (Lohn- oder Gehaltsbezüge, Einkünfte
aus einer selbständigen oder gewerblichen Tätigkeit), sondern
sämtliche der Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte (daher
beispielsweise auch Vermietungs- oder sonstige Einkünfte).
Lehrlingsentschädigungen, Waisenpensionen sowie einkommensteuerfreie
Bezüge und endbesteuerte Einkünfte bleiben außer Ansatz.
Folgende Besonderheiten sind noch zu beachten:
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Ein zu versteuerndes Einkommen, das in Zeiträumen erzielt wird, für die kein Anspruch auf Familienbeihilfe besteht (zB bei vorübergehender Einstellung der Familienbeihilfe, weil die vorgesehene Studienzeit in einem Studienabschnitt abgelaufen ist), ist in die Berechnung des Grenzbetrages nicht einzubeziehen.
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Auch das Einkommen des Kindes innerhalb von drei Monaten nach Abschluss der Berufsausbildung wird auf die schädliche Einkommensgrenze nicht angerechnet.
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Die Familienbeihilfe und der Kinderabsetzbetrag fallen übrigens nicht automatisch weg, sondern erst dann, wenn die Eltern den zu hohen Verdienst ihres Sprösslings pflichtgemäß dem Finanzamt melden. Wer eine solche Meldung unterlässt, riskiert zusätzlich zur Rückforderung der Familienbeihilfe und des Kinderabsetzbetrages auch eine Finanzstrafe!
Aus der Sicht des Kindes selbst ist Folgendes zu beachten:
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Bis zu einem monatlichen Bruttobezug von 374,02 € (Wert 2011) fallen wegen geringfügiger Beschäftigung keine Dienstnehmer-Sozialversicherungsbeiträge an. Liegt der Monatsbezug über dieser Grenze, werden dem Kind die vollen SV-Beiträge abgezogen.
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Bei Ferialjobs in Form von Werkverträgen oder freien Dienstverträgen, bei denen vom Auftraggeber kein Lohnsteuerabzug vorgenommen wird, muss ab einem Jahreseinkommen (Bruttoeinnahmen abzüglich der mit der Tätigkeit verbundenen Ausgaben) von 11.000 € für das betreffende Jahr eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden. Eine Ferialbeschäftigung im Werkvertrag bzw freien Dienstvertrag unterliegt grundsätzlich auch der Umsatzsteuer (im Regelfall 20%). Umsatzsteuerpflicht besteht jedoch erst ab einem Jahresumsatz (= Bruttoeinnahmen inklusive 20% Umsatzsteuer) von mehr als 36.000 € (bis dahin gilt die unechte Steuerbefreiung für Kleinunternehmer). Eine Umsatzsteuererklärung muss seit 1.1.2011 ebenfalls erst ab Umsätzen von 30.000 € netto abgegeben werden.